| 15. Belgard-Seminar 2011 Ein Seminar des Historischen Vereins der Lande Belgard, Schivelbein und Bad Polzin vom 26. - 29.5.2011 im Hotel Deutsch Krone in Bad Essen (bei Osnabrück) |
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| An alle Vereinsmitglieder, an Aktive und Interessierte Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Heimatfreunde, ich lade hiermit ein zur Teilnahme an unserem 15. Seminar von Donnerstag, 26. Mai, bis Sonntag, 29. Mai 2011, in das Hotel Deutsch Krone in Bad Essen (bei Osnabrück). Vorläufiges Programm: Donnerstag, 26. Mai 2011 Anreise bis ca. 14.00 Uhr 15.00 Uhr - Kaffeetafel 16.00 Uhr - Wanderung durch den Kurpark und Besichtigung des Altstadtkerns mit Führung 18.30 Uhr - Abendessen 20.00 Uhr - Geselliges Beisammensein Freitag, 27. Mai 2011 8.30 Uhr - Frühstück 10.00 Uhr - Fahrt mit eigenen Pkws nach Bramsche-Kalkriese, Besuch des Varus-Museums mit Führung. Das Eintrittsgeld von 9 EUR müßte jeder selbst zahlen. 15.00 Uhr - Kaffeetafel gemeinsam mit den eingetroffenen Bad Polzinern 16.00 Uhr - Vortrag: Geschichte der Stadt und des Bades Bad Polzin Referent(en): ein bis zwei Bad Polziner 18.30 Uhr - Abendessen 20.00 Uhr - Vorführung des Films "Kolberg", vorgeführt von Hans-Georg Ziburski Sonnabend, 28. Mai 2011 8.30 Uhr - Frühstück 10.00 Uhr - Vortrag: Der kurvige Weg zum Krieg 1939 - Historische Fakten zur Wahrheitsfindung, Referent: Dr. Sieghard Rost aus Woldisch Tychow im Kreis Belgard 14.00 Uhr - Kaffeetafel 15.00 Uhr - Fortsetzung des Vortrags 18.30 Uhr - Abendessen 20.00 Uhr - Geselliger Abschlußabend Sonntag, 29. Mai 2011 8.30 Uhr - Frühstück 10.00 Uhr - Jahreshauptversammlung Abreise nach dem Mittagessen. Der Preis beträgt: 89,50 EUR pro Doppelzimmer inklusive Frühstücksbuffet / Nacht 58,00 EUR pro Einzelzimmer inklusive Frühstücksbuffet / Nacht 14,40 EUR Aufpreis für Halbpension (3-Gang-Abendessen) Dazu würden die Kosten für die Kaffeetafel kommen. Der Preis liegt (allerdings nur mit Halbpension) nur unwesentlich über dem Preis, den wir in Travemünde zahlen müßten. Jeder rechnet mit dem Hotel persönlich ab. Bahnanreisende fahren von Osnabrück bis Bohmte oder von Bremen bis Bohmte (Zielbahnhof - 7 km von Bad Essen entfernt). Sagen Sie bei der Anmeldung im Hotel, daß Sie vom Fahrdienst des Hotels abgeholt werden möchten. Diese Fahrten finden als Sammelfahrten nur zweimal am Tage statt. Bevor Sie Ihre Bahnkarte lösen, fragen Sie also im Hotel danach, wann die Sammelfahrten stattfinden. - Der Fahrdienst ist kostenfrei. Anmeldung bis 1. Mai 2011. Hotel Deutsch Krone in Ludwigsweg 10, 49152 Bad Essen; Tel. 05472 4080; eMail: info@haus-deutsch-krone.com Internet: www.haus-deutsch-krone.com Werdet Mitglied im Historischen Verein für die Lande Belgard, Schivelbein und Bad Polzin für nur 15 EUR Jahresbeitrag. Mit freundlichem Gruß Ihr Manfred Pleger Mühlenstraße 20 D-24235 Laboe Tel. 04343 8357 Geschichte Haus Deutsch Krone Der Name unseres Hauses erinnert an Stadt und Kreis Deutsch Krone. Diese Gebiete liegen in Ostpommern und wurden 1945 unter polnische Verwaltung gestellt. Die Einwohner wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Im Jahre 1953 empfahlen der Deutsche Städtetag und der Landkreistag den kommunalen Stellen in der Bundesrepublik Deutschland, eine Patenschaft für Städte und Gemeinden der Vertreibungsgebiete zu übernehmen. Am Jetzt hatten Stadt und Heimatkreis Deutsch Krone einen neuen Mittelpunkt, und in jedem Jahr fand nun ein Heimattreffen in der Patengemeinde statt. Da die Quartiere in Bad Essen bei solchen Treffen nie ausreichten, wurde bald der Wunsch nach einem eigenen Hause laut. Bei jeder Gelegenheit wurde hierfür um Spenden geworben. Im Jahre 1962 wurde den Deutsch Kronern ein Bauplatz von 7.000 qm angeboten, auf dem ein großer alter Schafstall stand. Innerhalb von drei Jahren wurde der Platz zum Preis von 80.000 DM erworben, um darauf ein Heimathaus zu erstellen. Die Vorbereitungen waren im vollen Gange, als der damalige Oberkreisdirektor tödlich verunglückte. Durch diesen tragischen Unfall geriet das Bauvorhaben ins Stocken. In Bad Rothenfelde boten sich jedoch günstige Voraussetzungen, ein solches Haus schnell zu errichten. Am Um möglichst vielen Landsleuten eine Beteiligung an den Appartements zu ermöglichen, wurden "Bausteine" verkauft. Ein Bausteinbesitzer ist Eigentümer von 1/52 Appartement und kann jährlich eine Woche lang gratis in diesem Appartement wohnen. Zur Erinnerung an die alte Heimat trägt jedes Zimmer in unserer Bad Essener Appartement-Anlage den Namen eines Ortes aus dem Kreis Deutsch Krone; in Bad Rothenfelde finden Sie in der Appartement-Anlage Ortsnamen aus Pommern. Diese beiden Häuser sind einmalig. [Quelle: www.haus-deutsch-krone.com] |
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| Ein buntes Programm führte durch das 15. Seminar des Freundeskreises "Historischer Verein für die Lande Belgard, Schivelbein und Bad Polzin" von Manfred Pleger |
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30 Heimatfreunde (20 Bad Polziner und 10 Belgarder aus Stadt und Land) nahmen teil am Treffen der Bad Polziner und am Seminar von Donnerstag, dem 26., bis Sonntag, dem 29. Mai 2011, im Hotel "Deutsch Krone" in Bad Essen nahe Osnabrück, einem gepflegten Sternehotel mit empfehlenswerter Küche. Am Donnerstagnachmittag führte das Architektenehepaar Loeper eine Gruppe bereits eingetroffener Mitglieder in das alte Städtchen Bad Essen durch gepflegte Gassen mit schmucken Fachwerkhäusern (aus den Jahren 1429 und danach), in die große Ev. Kirche und in die Alte Apotheke (1726) und deren Museumsstube. Reich ist dieses Städtchen an Geschichte und Kultur; die sich besonders in der Reformationszeit religiös bekämpfenden Bischofslande Minden und Osnabrück fanden hier ihre Grenzen; so war (und ist noch weitgehend heute) die Stadt Bad Essen evangelisch, während die Gläubigen der Nachbargemeinde überwiegend römisch-katholischen Glaubens sind. Seit 1902 darf sich die Stadt "Bad" nennen. 1947 konnte die erste Solequelle erschlossen werden.. Hinweise auf die Saline stammen aber schon aus dem Jahre 1300. Bad Essen hat 15.850 Einwohner. Am Freitagvormittag besuchte eine kleine Gruppe das Varus-Museum in Kalkriese (die Bad Polziner, die sich in Bad Essen seit Jahrzehnten jährlich treffen, besuchten schon häufiger das Varus-Museum und nahmen nicht teil). Dem halbstündigen Vortrag schloß sich eine weitere halbe Stunde an, die dem Rundgang durch das Museum diente. Die Fundstücke waren zahlenmäßig begrenzt, Information Schautafeln zu entnehmen; darüberhinaus wartete die Museumsführerin mit tiefgehenden Kenntnissen und Erklärungen auf. Wenn auch das vorrangige Interesse der Römer der Romanisierung der germanischen Stämme bis östlich an die Elbe galt, so verdeutlichte eine Karte, daß das von den germanischen Stämmen besiedelte Land um Chr. Geburt bis weit nach Osten reichte. Pommern war westlich der Oder von den Rugiern und östlich davon von gotischen Stämmen bewohnt. Die zeitlich nach den Goten zugezogenen Burgundern hatten ihre Siedlungsplätze in Teilen Südostpommerns und südlich der pommerschen Landesgrenze. Hier bei Kalkriese im Osnabrück'schen Land hatte der in römischen Diensten stehende Arminius mit den Kriegern vier germanischer Stämme den römischen Feldherrn mit 3 Legionen (15.000 Mann) 9 vor Chr. im schwerüberwindbaren Wald-, Sumpf- und Moorgelände auf einer Strecke von 15 km Länge in einer dreitägigen Schlacht vernichtet. Die Römer zogen sich daraufhin an den Rhein zurück, der als "Limes" bekannten Grenze. Wer weiß, wie die Geschichte verlaufen wäre, hätte es diese Schlacht und deren Ausgang nicht gegeben. Möglicherweise wären dann die germanischen Stämme wie die heute in Italien und Frankreich ansässigen Völker romanisiert worden mit der Folge, daß sie ihre germanische Sprache verloren hätten, wie es dann unsere heutige deutsche Sprache, auch nie eine Sütterlinschrift als nachfolgende gotische Schrift gegeben hätten. Am Freitagnachmittag erfreuten wir uns an Bad Polziner Bildern, die heute 70 Jahre und älter sind, und Erinnerungen und Gedanken beflügeln - als wären wir zuhaus. Polzin war eine Perle unseres Kreises, Pommerns und weit darüberhinaus, staatlich als Bad anerkannt, Mineralien- und Moorbad von selten erreichter Güte. 5.500 Kurgäste zählte Bad Polzin 1930 mit ungefähr bis zu 70.000 Übernachtungen. Welcher Wirtschaftssegen ergoß sich damit über das Städtchen, zumal in einer Zeit, in der es uns wirtschaftlich immer noch schlecht erging. Aber auch gesundheitlich und kulturell hob das Badeleben mit seinen Veranstaltungen in vielfältiger Weise das Leben der Menschen; schon das tägliche Kurkonzert war Ausdruck eines regen Musiklebens, von dem auch die Polziner Bürger partizipierten. Glückliches Polzin! so empfand man sich und so strahlt es noch heute. Am Sonnabendvormittag hielt Dr. phil. Sieghard Rost sein Referat "Der kurvige Weg zum Krieg 1939 - Historische Fakten zur Wahrheitsfindung". Dieses Thema, so Dr. Rost, sei wider dem Zeitgeist. Er hatte sich intensiv auf das Thema vorbereitet. Sein zweistündiger Vortrag umfaßte 18 eng beschriebene Schreibmaschinenseiten, an dessen Text hielt er sich, wolle er doch nicht, daß man ihm unterstelle, was er nicht gesagt habe. Das Thema ist zu komplex, als daß man es hier darstellen könnte. Er, Dr. Rost, arbeite aber an einem Buch, in das er das Referat stellen werde; das Buch werde Ende des Jahres erscheinen. Nur so viel hier: Der Zweite Weltkrieg wäre zu vermeiden gewesen, wenn dies Groß Britannien und Frankreich gewollt hätten. Polen zeigte trotz aller Angebote der Deutschen Reichsregierung keinerlei Interesse an einer Verhandlung; die Deutsche Reichsregierung hatte gefordert, daß Danzig (zu 96 Prozent Deutsche, 2 Prozent Polen, 2 Prozent andere Ausländer) dem Deutschen Reich eingegliedert werden solle, auch forderte sie eine territoriale Durchfahrt durch den Korridor. Polen war auf Expansion eingestellt, und es glaubte sich militärisch so stark, daß es Deutschland besiegen könne. Man gab vor, Berlin in wenigen Wochen erobert zu haben. Eine völlige Fehleinschätzung, wie sich dann erwies. (Red.: Ich hoffe, daß ich das Referat von Dr. Rost alsbald werde veröffentlichen können.) Der Sonnabendnachmittag diente der Durchführung der Jahreshauptversammlung, die einmütig, einstimmig und harmonisch verlief. Die Jahresrechnung wurde einstimmig festgestellt und der Vorstand entlastet. Die Prüfer Martin Jandt und Christa Bahr und die Jahreshauptversammlung sagten dem Kassenverwalter Kurt Espe Dank und Anerkennung. Der Vorstand wurde neu gewählt mit jetzt folgenden Personen: Manfred Pleger, Vorsitzender; Kurt Espe, Kassenverwalter; Gerda Wegner, Dr. Gerhard Bona und Dr. Klaus Zinke als Beisitzer; Martin Jandt und Christa Bahr als Kassenprüfer. Hans-Georg Ziburski scheidet aus gesundheitlichen Gründen als 1. Stellvertreter des Vorsitzenden aus. Der Vorsitzende bedauert dies sehr und dankt seinem Heimatfreund für eine achtjährige verbindende Vorstandsarbeit. Zusammenfassung von Flucht- und Vertreibungsberichten aus dem Kreis Belgard zu einem Buch: Der Vorsitzende berichtet von der umfangreichen Arbeit, die die Zusammenfassung von 800 handgeschriebenen Seiten zum Gegenstand habe und die Übernahme weiterer bisher gesammelter Berichte zu einem Buch. Er sagt besonderen Dank Richard Badtke aus Lenzen-Wiesenhof, der die in Bayreuth liegenden Berichte in tagelanger Arbeit kopierte; er dankt Gerhard Rühlow, Groß Tychow, für die Übertrag von ca. 800 Seiten handgeschriebener Berichte in Maschinenschrift; er dankt Doris Engelbert aus Klempin und Manfred Venzke aus Kollatz; beide haben ca. ungefähr 50 handgeschriebene Seiten übertragen. Das Buch soll spätestens Ende des Jahres vorliegen. Die Versammlung stellt zur Finanzierung des Buches einen Betrag von 400 EUR bereit. Im Jahresbericht umriß der Vorsitzende die Situation des Pommernzentrums und dessen wirtschaftliche Lage; er erläuterte das Programm des diesjährigen Heimatkreistreffens und warb nachdrücklich für dessen Besuch; Pastor Udo Struck sei schwer krank und könne nicht mehr nach Celle kommen. Für ihn konnte Pastor Klaus-Peter Lüdtke, Wiek (Rügen), der aus Belgard stammt, gewonnen werden. Thema waren auch die ungelösten Fragen des Verbleibs der Heimatstuben wie der Gedenksteine auf unseren heimatlichen Friedhöfen namentlich in Bad Polzin und Belgard. Neben dem Gewinn, den der Verein und damit deren Mitglieder aus der Durchführung des Programm zogen, lag die besondere Bedeutung im Wiedersehen, den freundschaftlich bis herzlich verlaufenden Begegnungen und Gesprächen, geradezu ein "phänomenales Ereignis", daß sich Bad Polziner und Belgarder nach 75 Jahren der Vertreibung erstmals gemeinsam zusammenfanden und prächtig verstanden, wie der Vorsitzende gleich zur Sitzung betonte, daß er allen Landsleuten aus dem Heimatkreis in gleicher Weise uneingeschränkt diene. Der Bunte Abend war Abschluß und Höhepunkt bewegender erlebnisreicher Tage; Siegfried Leitzke, heute Prenzlau, spielte Mundharmonika und der ihn begleitende Gesang beseelte die Geister; Johanna Dentel, Lore Baehr, Gerda Wegner, Manfred Schweder und Klaus Hildebrandt trugen durch Gedicht und Schwank zu krönendem Abschluß bei. Die Versammlung beschloß, das nächste 16. Seminar zusammen mit dem Bad Polziner Treffen vom 11. bis 13. Mai 2012 wieder im Hotel "Deutsch Krone" in Bad Essen zu veranstalten. Diesen Text mit zahlreichen Fotos als Auszug aus der Heimatschrift "Dai Schulteknüppel" finden Sie => hier |
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